Berg: Passacaglia-Fragment (arr. Simon)

Uraufführung
9. Dezember 2013
Bearbeitung für Ensemble oder Kammerorchester von Klaus Simon

Vollständiger Titel
Alban Berg: Passacaglia-Fragment (Bearbeitung für Kammerensemble oder kleines Orchester von Klaus Simon)

Werkdetails
Komponist: Alban Berg
Bearbeiter: Klaus Simon
Entstehungsjahr: 1913
Bearbeitungsdatum: 2013
Besetzung für Kammerensemble: Altflöte in G (+Fl; Picc); Bassklarinette in B (+Kl(B)); Altsaxophon in Es (+Tsax(B)); Schlagzeug; Harfe; Klavier (+Cel); Violine; Viola; Violoncello; Kontrabass
Besetzung für Ensemble oder Kammerorchester: 1 1 2 1 - 1 1 0 0 - Schl, Hf, Cel, Str (1 1 1 1 1, max. 6 6 4 3 2)
Besetzung Details für Ensemble oder Kammerorchester: kleine Flöte (+Fl); Englischhorn (+Ob); Klarinette in B; Bassklarinette in B (+Kl(B)); Fagott; Horn in F; Trompete in B; Schlagzeug; Harfe; Celesta; Violine I; Violine II; Viola; Violoncello; Kontrabass

Auftraggeber: Zafraan Ensemble
Dauer: 5 Minuten
Verlag: Universal Edition (Fassung für Kammerensemble oder Freiburger Fassung für Ensemble oder Kammerorchester)

Uraufführung
Datum: 09.12.2013
Ort: Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal (DE)
Interpreten: Zafraan Ensemble, Klaus Simon

Zur Entstehung
„Die Anregung und der Auftrag zu diesem Arrangement kam von Sebastian Solte und dem Berliner Zafraan Ensemble, welches neben meiner Instrumentation der Klarinettenstücke op. 5 noch ein weiteres Werk von Berg ins Repertoire aufnehmen wollte. Das Zafraan Ensemble besteht aus einem festen Kern von zehn Musikern (Flöte, Klarinette, Saxophon, Schlagzeug, Harfe, Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass), und entsprechend lautete auch der Auftrag, ausdrücklich für diese Besetzung zu schreiben. Hatte ich mich bei meinen Arrangements bisher immer für eine Besetzung entschieden, die im wesentlichen alle gängigen Blas- und Streichinstrumente umfasst (also inkl. Oboe, Fagott, Horn, meistens Harmonium oder Akkordeon und immer auch eine zweite Geige), stellte es diesmal eine zusätzliche Herausforderung dar, für dieses kleinere Ensemble eine Fassung zu kreiieren, die überzeugt und gleichzeitig Berg gerecht wird. Die Einbeziehung des Saxophon erinnert dabei schon an Lulu oder das Violinkonzert.
Bergs Passacaglia-Fragment, immerhin bis Takt 102 gediehen, war ursprünglich als eigenständiger Satz einer Sinfonie für großes Orchester konzipiert. Das geht aus dem Particell hervor, welches Christian von Borries im Jahre 1999 gemäß Bergs Angaben für sehr großes Orchester adaptiert hat. Das Werk in seinem fragmentarischen Charakter, seiner Schwelle von Tonalität (die d-moll-Vorzeichnung habe ich beibehalten, obwohl die Tonika niemals wirklich bestätigt wird...) und Atonalität, ist ein hochinteressantes Zeugnis aus der Komponierwerkstatt Bergs und soll mit diesem Arrangement nun auch über die Ensemble-Besetzung entdeckt werden können. Zudem habe ich auch eine zweite „Freiburger“ Fassung angefertigt, welche die gleiche Besetzung wie meine Instrumentation der Klarinettenstücke op. 5 als Grundlage hat, damit diese beiden kurzen Stücke aus dem Jahre 1913 in Konzerten mit gleichbleibender Besetzung leicht kombiniert werden können.“
Klaus Simon, 2013

Kritiken

Noethers Kritiken

12. Dezember 2013

„Bergs Passacaglia war im Jahr 1913 als Symphoniesatz geplant und wurde dann vom jungen Komponisten abgebrochen, weil Berg unter dem Einfluss seines Lehrers Schönberg zunächst die großen symphonischen Formen als obsolet betrachtete. Die Passacaglia überlebte als nicht instrumentiertes Particell. Der Arrangeur Klaus Simon scheint Bergs Gesamtwerk ziemlich gut zu kennen. Denn es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass seine Orchestrierung für Kammerorchester dann tatsächlich im Hörer Assoziationen zu anderen Berg-Orchestersätzen von den Drei Orchesterstücken bis zu Lulu aufsteigen lassen: Unwillkürlich identifiziert man jene Bergsche Wärme der Streicher selbst im atonalen Satz sowie hölzern wiederholte Bläserakkorde und andere Zutaten aus der Berg-Orchesterküche (unter anderem mit Hinzunahme eines Saxophons). Solche Dinge machen dieses Arrangement auch für den Unvorbereiteten glaubhaft, die Passacaglia könnte so in der Tat geklungen haben, hätte Berg sie für ein Kammerorchester fertiggestellt.” Matthias Nöther

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